DELUISMEin politischer Entwurf
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Belegspur · Version 1.3

Eine Behauptung ist noch kein Beleg.

Ich trenne hier geltendes Recht, Forschung, politische Standards und meine eigenen normativen Entscheidungen. Wo eine Quelle nur eine Teilannahme stützt, steht das ausdrücklich dabei.

01 · Leseregel

Vier Rollen, keine Autoritätskulisse.

RECHT

Was heute gilt.

Fedlex und die Aargauer Gesetzessammlung bestimmen den realen Ausgangsrahmen. Politische Vorschläge werden nicht als geltendes Recht ausgegeben.

FORSCHUNG

Was beobachtet wurde.

Vergleichende Studien liefern Mechanismen, Risiken und Prüfkriterien, aber keine automatische politische Zustimmung.

NORM

Was geschützt werden muss.

Grund- und Menschenrechte begrenzen jede lokale Mehrheit, Übergangsstrategie und Krisenmacht.

ENTWURF

Was Deluism behauptet.

Die Dossiers bleiben politische Diskussionsentwürfe. Quellen stützen Teilannahmen; sie beweisen keine vollständige Ideologie.

02 · Bibliografie

Zitierfähig, direkt und auffindbar.

01Geltendes Recht

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Schweizerische Eidgenossenschaft · Fedlex

Rechtsrahmen für Grundrechte, politische Rechte, Rechtsstaatlichkeit, Subsidiarität und Gemeindeautonomie. Er beschreibt den heutigen Ausgangspunkt, nicht bereits das deluistische Zielmodell.

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02Geltendes Recht

Obligationenrecht · Art. 828–926 Genossenschaft

Schweizerische Eidgenossenschaft · Fedlex

Bestehende Schweizer Rechtsform für gemeinsame Selbsthilfe. Sie zeigt einen unmittelbar nutzbaren Übergangspfad, ersetzt aber keine weitergehende Wirtschaftsdemokratie.

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03Geltendes Recht

Verfassung des Kantons Aargau

Kanton Aargau

Kantonaler Ausgangsrahmen für Grundrechte, Volksrechte, Gemeinden und öffentliche Aufgaben.

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04Geltendes Recht

Gesetz über die Einwohnergemeinden

Kanton Aargau

Regelt heutige Gemeindeorgane, Zuständigkeiten, Aufsicht und Finanzordnung. Die Roadmap trennt Schritte innerhalb dieses Rahmens von Reformen, die Gesetzesänderungen verlangen.

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05Geltendes Recht

Gesetz über die politischen Rechte

Kanton Aargau

Verfahren für kantonale und kommunale Wahlen, Abstimmungen und Gemeindeversammlungen.

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06Institutioneller Standard

Statement on the Cooperative Identity

International Cooperative Alliance

Internationaler Referenzrahmen für freiwillige Mitgliedschaft, demokratische Kontrolle, Autonomie, Bildung und Kooperation zwischen Genossenschaften.

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07Institutioneller Standard

Promotion of Cooperatives Recommendation, No. 193

International Labour Organization

International vereinbarter Rahmen für eine förderliche Genossenschaftspolitik ohne staatliche Vereinnahmung oder rechtliche Diskriminierung.

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08Forschung & Vergleich

Beyond Markets and States: Polycentric Governance of Complex Economic Systems

Elinor Ostrom · Nobel Prize Lecture

Empirischer und institutioneller Bezug für polyzentrische Ordnung und selbstverwaltete Gemeingüter. Er warnt zugleich vor universellen Einheitslösungen.

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09Forschung & Vergleich

Evaluation Guidelines for Representative Deliberative Processes

OECD

Mindeststandards und Prüfkriterien für repräsentative Deliberation: Zweck, Repräsentativität, Lernphase, Unabhängigkeit, Wirkung und öffentliche Auswertung.

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10Forschung & Vergleich

Participatory Budgeting

World Bank

Vergleichende Praxisquelle zu Chancen, Grenzen und Verfahrensfragen partizipativer Haushalte.

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11Menschenrechtsrahmen

International Covenant on Civil and Political Rights

United Nations · OHCHR

Nicht verhandelbarer menschenrechtlicher Rahmen für politische Teilhabe, Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie gleichen Rechtsschutz.

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12Menschenrechtsrahmen

International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights

United Nations · OHCHR

Menschenrechtlicher Bezug für Arbeit, soziale Sicherheit, Gesundheit, Bildung und Teilhabe am kulturellen Leben.

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13Lokale Primärdaten

Stadtidee Aarau · Pilot 2023/24

Stadt Aarau

Lokale Primärquelle zum Aargauer Pilot eines partizipativen Budgets von CHF 50’000. Sie ist die reale Basis der Modellrechnung, nicht ein Beleg für deren politische Skalierung.

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14Lokale Primärdaten

Politikplan 2026–2030 und Budget 2026

Stadt Aarau

Offizielle Bezugsgrösse für den budgetierten Umsatz der Stadt. Die Praxisrechnung verwendet sie nur als Nenner und behauptet keine politische Zustimmung.

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15Geltendes Recht

Bundesgesetz über Fusion, Spaltung, Umwandlung und Vermögensübertragung

Schweizerische Eidgenossenschaft · Fedlex

Rechtsrahmen für Umwandlungen und Vermögensübertragungen. Für eine Belegschaftsübernahme relevant, aber kein Ersatz für steuerliche und juristische Einzelfallprüfung.

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16Institutioneller Standard

Business succession: a practical guide for SMEs

SECO · SME Portal

Praktischer Ausgangspunkt für Bewertung, Finanzierung und Prozessrisiken einer Unternehmensnachfolge. Das Dokument vertritt keine deluistische Eigentumspolitik.

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17Forschung & Vergleich

The Tyranny of Structurelessness

Jo Freeman

Klassischer Einwand gegen die Annahme, informelle Gruppen würden ohne formale Strukturen automatisch egalitär. Er begründet transparente Mandate und Rechenschaft statt romantischer Strukturlosigkeit.

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18Forschung & Vergleich

The Use of Knowledge in Society

F. A. Hayek · American Economic Review

Starker Einwand gegen zentrale Planung: relevantes Wissen ist verteilt, lokal und oft nicht vollständig formulierbar. Deluism muss zeigen, dass Föderation diese Wissensfrage löst, statt sie nur umzubenennen.

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03 · Behauptung → Beleg

Die wichtigsten Verbindungen.

Genossenschaft ist ein heutiger Übergangspfad.

Rechtsgrundlage: OR Art. 828–926. Demokratische Qualitätsmassstäbe: ICA und ILO R193.

[01] [02] [03]

Lokale Selbstverwaltung braucht übergeordnete Grundrechte.

Rechts- und Menschenrechtsrahmen: Bundesverfassung, Aargauer Kantonsverfassung und UNO-Pakt II.

[04] [05] [06]

Beteiligung braucht Repräsentativität und Wirkungskontrolle.

Vergleichsrahmen: OECD-Leitlinien und Weltbank-Praxisstudie zu partizipativen Budgets.

[07] [08]

Polyzentrische Ordnung ist möglich, aber kontextabhängig.

Ostroms Forschung stützt weder Staatszentralismus noch Marktmonismus und warnt vor einer einzigen universellen Institution.

[09]

04 · Kritik, die den Entwurf verändert

Drei Einwände, die nicht im Kleingedruckten verschwinden.

MACHT

Strukturlosigkeit schafft keine Gleichheit.

Einwand: Informelle Netzwerke können undurchsichtiger herrschen als formale Organe.

Folge: Jede Arbeitsgruppe braucht ein öffentliches Mandat, Rotation, Protokolle und einen abwählbaren Verantwortungsbereich. „Flach“ ist kein Qualitätsnachweis.

Freeman lesen ↗
WISSEN

Keine Zentrale kennt den Alltag aller.

Einwand: Preise und lokale Erfahrung enthalten verteiltes Wissen, das ein Planungsrat nicht vollständig sammeln kann.

Folge: Versorgungsvorgaben müssen eng bleiben; lokale Einheiten wählen Mittel, melden Engpässe und dürfen begründet abweichen. Ob das reicht, bleibt offen.

Hayek lesen ↗
SKALA

Ein Pilot beweist noch keine Systemfähigkeit.

Einwand: CHF 50’000 Beteiligungsbudget sagen wenig über Milliardenbudgets, Krisen oder Verteilungskonflikte.

Folge: Ein lokales Beispiel begründet noch keine allgemeine Theorie. Aussagen über eine gesamte Wirtschaftsordnung brauchen zusätzliche Belege für Koordination, Verteilung und Krisenfestigkeit.

Aarauer Pilot prüfen ↗

05 · Gegenprüfung

Quellen sollen widersprechen können.

Ein Literaturverweis zeigt, woher ein Argument kommt; er entscheidet die Frage nicht. Die vorgeschlagenen Institutionen müssen sich auch an Gegenargumenten und an den Grenzen der jeweiligen Belege messen lassen.

Fragen & Einwände →Verfassungswerkstatt öffnen →
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