DELUISMUS
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Begriffe des Manifests

Lexikon

Was mit einem Begriff hier gemeint ist, steht neben dem Verweis zum ausführlichen Text. Die Definitionen beschreiben den Gebrauch im Manifest.

20 Begriffe

A

Anti-Rassismus

Institutionelle Gleichheit statt blosser Absicht.

Anti-Rassismus verändert Regeln, Verteilungen und Machtverhältnisse, die rassistische Ungleichheit fortsetzen. Er bindet auch lokale Mehrheiten.

C

Commons

Gemeinsam erhaltene Ressource mit gemeinsamen Regeln.

Commons können Räume, Wissen, Wasser, Infrastruktur oder digitale Systeme sein. Entscheidend sind Zugang, Pflege, Rechenschaft und Schutz vor privater Aneignung.

F

Föderation

Koordination ohne dauerhafte Zentralherrschaft.

Selbstverwaltete Einheiten übertragen konkrete gemeinsame Aufgaben an höhere Ebenen. Delegation bleibt begrenzt, rückgebunden und widerrufbar.

G

Gebundenes Mandat

Ein Auftrag statt eines politischen Blankoschecks.

Delegierte vertreten nachvollziehbare Beschlüsse, berichten zurück und können abberufen werden. Neue Fragen verlangen neue Rückbindung.

G

Gemeinschaft

Der soziale Boden menschlicher Freiheit.

Gemeinschaft meint gegenseitige Verantwortung und geteilte Infrastruktur. Sie ist pluralistisch und wird durch persönliche Rechte begrenzt.

G

Gilde

Demokratischer Produktions- und Wissensverband.

Eine Gilde verbindet Arbeitende, Ausbildung, fachliche Autonomie und gesellschaftlichen Bedarf. Eigentum wird durch gemeinsame Verantwortung ersetzt.

G

Gleiche Freiheit

Freiheit, die allen tatsächlich offensteht.

Rechte brauchen materielle Voraussetzungen. Gleichheit darf dabei weder Vielfalt noch persönliche Selbstbestimmung auslöschen.

G

Gegenseitige Hilfe

Kooperation ohne Herrschaft und Demütigung.

Menschen teilen Zeit, Wissen und Ressourcen als wechselseitige gesellschaftliche Praxis – nicht als gelegentliche Wohltätigkeit von oben.

I

Internationalismus

Solidarität über Staaten und Grenzen hinweg.

Gemeinsame globale Probleme werden föderal gelöst. Befreiung geschieht durch Selbstermächtigung, nicht durch Imperium oder kulturelle Unterwerfung.

L

Lebendige Doktrin

Ein stabiler Kern mit revidierbaren Modellen.

Grundsätze geben Richtung; institutionelle Vorschläge werden an Erfahrung, Kritik und dokumentierten Folgen verändert.

N

Nicht-extraktive Wirtschaft

Produktion, die Menschen und Natur nicht verbraucht.

Versorgung, Zeitwohlstand und ökologische Regeneration ersetzen Profit und Wachstum als alleinige Erfolgsmassstäbe.

P

Pluralismus

Gemeinsame Rechte, vielfältige Lebensformen.

Unterschiedliche Kulturen, Überzeugungen und Lebensweisen sind keine Störung. Ihre Grenze liegt in der Verweigerung gleicher Rechte für andere.

R

Radikale Gleichheit

Keine Person besitzt ein natürliches Recht zu herrschen.

Unterschiede in Wissen oder Aufgabe rechtfertigen keine dauerhafte politische, wirtschaftliche oder kulturelle Überordnung.

R

Revolutionärer Reformismus

Reformen, die demokratische Gegenmacht aufbauen.

Eine Reform ist transformativ, wenn sie nicht nur verwaltet, sondern Menschen dauerhaft mehr gemeinsame Entscheidungsmacht und neue Institutionen gibt.

R

Rotation

Zeitliche Begrenzung politischer Funktionen.

Ämter wechseln regelmässig, damit Wissen geteilt und politische Positionen nicht zu dauerhaftem Besitz werden.

S

Selbstverwaltung

Betroffene entscheiden über gemeinsame Angelegenheiten.

Entscheidungen beginnen lokal und werden nur für tatsächlich gemeinsame Aufgaben föderiert. Beteiligung braucht Zeit, Zugänglichkeit und Schutzrechte.

S

Sozialer Überschuss

Gemeinsam erzeugter Ertrag für gemeinsame Zwecke.

Überschüsse fliessen nach demokratischen Regeln in Versorgung, Erneuerung, Arbeitszeitverkürzung und ökologische Reparatur.

S

Sunset-Klausel

Ein eingebautes Ende ausserordentlicher Macht.

Eine Notkompetenz erlischt automatisch, wenn sie nicht nach öffentlicher Prüfung ausdrücklich und befristet erneuert wird.

W

Widerruf

Mandate können vorzeitig zurückgenommen werden.

Widerruf macht Delegation zu einem kontrollierbaren Auftrag. Er benötigt klare Verfahren und darf nicht von informeller Macht blockiert werden.

Z

Zeitwohlstand

Frei verfügbare Lebenszeit als gesellschaftlicher Erfolg.

Produktivitätsgewinne sollen nicht nur mehr Output erzeugen, sondern Sorge, Bildung, Politik, Beziehungen und Erholung ermöglichen.